Schreib mal was zu… Intuition (Teil 1/2)

Intuition… was soll man dazu schreiben? Intuition hat für mich eher etwas mit einem Fühlen zu tun…

Wie fühlt es sich an, wenn die Intuition die Szene beherrscht? Am reinsten erlebe ich das beim Malen. Es ist ein Zustand der klar im HierJetzt ist. Da ist kein Denken und Planen, was ja beim Malen durchaus auch vorkommt. Da ist kein Ziel, da ist nur Linie, Farbe, Form. Das Ganze ist nicht planlos, chaotisch. Es gibt Vorgaben (das Papier, das, was schon auf dem Papier ist), aber anstelle eines klaren Ziels ist da eine Richtung im HierJetzt, in die es sich entwickelt und die ich auch beeinflussen kann.

Da gibt es keine „Fehler“, da gibt es keine Zweifel (zumindest nicht in dem Moment). Woran erkenne ich das ich intuitiv bin? Wenn das Denken Pause macht.

Beim Malen erkenne ich auch, dass mein gesamtes Wissen über Malen, Kunst, Farbe, Technik… nicht mein Denken beherrscht, aber verfügbar ist. Der Punkt ist mir wichtig: Intuition ist nicht wissensfeindlich oder Ignorant. Es ist wie man es von der Zen-Malerei her sagt: Man muss 10 Jahre lernen einen Bambus zu zeichnen, dann muss man es 10 Jahre verlernen. Dann kann man anfangen. Spannenderweise habe ich nach etwa 10 Jahren lernen aufgehört zu malen und dann nach etwa 10 Jahren wieder angefangen. Und tatsächlich ist viel Wissen aus dem Kopf, aber nicht aus der Hand gewichen.

Was weis ich über Intuition?

Intuition ist ein Wissen, dass ich plötzlich habe, ohne zu wissen woher. Intuition ist ein Impuls für eine Handlung, den ich nicht erklären kann. Das macht es schwierig bis unmöglich darüber zu schreiben, was Intuition genau ist. Ich versuche es trotzdem.

Woher kommt dieses Wissen? Wenn ich die Erklärungsmodelle anschaue, dann gibt es drei Ebenen.

1. Die wissenschaftliche Sicht: Da ist Intuition ein unbewusster Zugang zu biologischen Programmen und zu den vielen Sinneseindrücken, die wir nie bewusst verarbeiten, aber dennoch wahrnehmen. Ein ungutes Gefühl in einer neuen Wohnung zum Beispiel ist dann nur die unbewusste Wahrnehmung schädlicher Ausdünstungen. Ich würde diese Ebene aber eher Instinkt nennen als Intuition.

2. Die psychologische Sicht: Da ist Intuition sozusagen die tiefe Erinnerung an Werte. Wir wissen einfach, was richtig oder falsch ist. Wir wissen das etwas gut für uns ist oder nicht. Wenn ich etwas ungesundes zu Essen kaufe, dann weis ich tief in mir, dass das nicht gut für mich ist… In bestimmten Situationen ist da oft ein Wissen, was jetzt dran ist, was mir hilft und was nicht. Neben all den psychischen Verletzungen die wir in uns tragen gibt es da auch ein tiefes Wissen darum, wie wir geheilt wären und wie der Weg dorthin ist. Auf dieses Ebene wissen wir auch oft ohne nachzudenken was richtig und falsch ist, haben wir eine intuitive Ahnung von Ethik.

Viele Quellen die über Intuition etwas aussagen gehen nicht weiter. Aber da fehlt noch etwas:

3. Die transpersonale Sicht: Intuition ist ein Zugang zu einem Wissen, das jenseits von uns liegt. Jenseits unserer Geschichte, jenseits unseres Verstandes. Ein Zugang zu einem transpersonalem Feld. Wie auch immer wir das nennen wollen: Ein Zugang zu Gott, ein Zugang zum allgemeinen Bewusstseinsfeld (Akasha-Feld), eine Verbindung mit dem Licht aller Lichter… Es braucht immer ein enormes Vertrauen, denn ich kann nicht herleiten, woher das Wissen kommt.

Mir kam mal folgender Satz:

„Intuition bedeutet: Wenn Gott ein Künstler ist, bin ich sein Pinsel. Wenn ich Gott nicht ins Handwerk pfuschen will, dann sollte ich als Pinsel ganz Pinsel sein. Durchlässig, vertrauensvoll, den Impulsen nachgeben. Für mich ist Intuition die Verbindung zum Göttlichen, eine spirituelle Praxis und Übung.“

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