Eine Geschichte:
Ein selbsternannter Meister zog mit einer Schar Schüler durch das Land. Einer der Schüler, er war vielleicht etwas einfältig, vertraute diesem Meister bedingungslos. Der Meister, geschmeichelt von dieser Hingabe, ernannte ihn zu seinem Lieblingsschüler, was wiederum die anderen Schüler ärgerte. Sie beschlossen, dass sie diesen Konkurenten loswerden wollten.
Als Sie eines Tages an einer Schlucht vorbei kamen, sprachen Sie zu dem Lieblingsschüler: „Unser Meister meint, du wärest in der Lage in diese Schlucht zu springen ohne Schaden zu nehmen. Wenn du wirklich so voller Vertrauen bist in die Fähigkeiten unseres Meisters, dann wirst Du auch ohne Angst in diese Schlucht springen“. Die Schlucht war tief und hineinzuspringen wäre sicher tödlich. So dachten sie, sie würden den Lieblingsschüler loswerden.
Dieser sprang tatsächlich, voller Vertrauen, der Meister aber bekam von all dem nichts mit.
Als die Schüler aber in die Schlucht kamen und dachten dort den toten Lieblingsschüler zu finden, wurden Sie überrascht. Der Lieblingsschüler saß ohne große Verletzungen auf einem Stein. Und sein Vertrauen wurde noch viel größer.
So probierten die Schüler noch einige andere Ideen aus um den Lieblingsschüler los zu werden. Keine funktionierte und das Vertrauen des Lieblingsschüler wurde immer tiefer. Der Meister aber bekam immer noch nichts mit.
Eines Tages kamen Sie an einen See. Der Meister und die Schüler fuhren auf den See, ließen aber den Lieblingsschüler zurück. Als dieser das bemerkte rief er ihnen zu, sie sollten ihn mitnehmen. Da forderten die Schüler ihn auf, wenn er doch voller Vertrauen auf den Meister sein, solle er doch einfach zu ihnen herüber über das Wasser laufen. Und tatsächlich, der Lieblingsschüler lief ohne zögern los und lief über das Wasser zum Boot. Als das der Meister sah wurde er ganz aufgeregt. Wenn sein Schüler dieses Wunder beherrschte im Vertrauen auf ihn… dann müsste er selbst es doch auch können. Also sprang er auf, setzte seinen Fuß auf das Wasser… und versank.
Der Lieblingsschüler war ev. erleuchtet, der Meister sicher nicht.
Auch bei einem falschen Meister kann ein Schüler die Erleuchtung finden, auch ein schlechter Lehrer kann einen Schüler weiterbringen, sogar weiter als sich selbst. Es kommt nicht auf den Meister, den Guru oder den Lehrer an, es kommt auf den Schüler oder die Schülerin an. Wir sind es, die die Schritte machen müssen, wir sind es, die die Erkenntnisse haben und umsetzen müssen.
Ein Meister ist wie eine Hand, die auf den Mond zeigt. Nur die Narren streiten darüber, welches die richtige oder bessere Hand ist. Selbst eine Hand die neben den Mond zeigt bringt uns dazu, in die richtige Richtung zu schauen und den Mond zu entdecken.