Intuitiv zu leben ist kein Pipifax! Zwischen Kontrolle und Intuition, Verstand und Herz
Zu einem intuitiven Leben zu kommen ist nicht einfach, weil Intuition mich nicht von der Verantwortung befreit. Von der Verantwortung dafür, den Impulsen zu folgen, und auch nicht von der Verantwortung für die Folgen meiner intuitiven Handlungen. Es gibt Menschen, die nutzen den Hinweis auf ihre Intuition gerade zum Ablehnen ihrer Verantwortung. Die Verantwortung liegt dann im „höheres Wissen“. Diesem Verständnis folge ich nicht. Ich kann mir nie sicher sein, ob ein Impuls intuitiv ist, oder ein Teil meiner Muster. Es braucht da eine hohe Aufmerksamkeit. In diesem Sinne verstanden ein Zitat:
„Wann immer man aufmerksam ist, wird man intuitiv; Einsichten kommen dir, Blitze aus dem Unbekannten, aus dem Nichts heraus. Vielleicht folgst du ihnen nicht – doch dann versäumst du viel.“ OSHO
Kontrolle dagegen verspricht uns Sicherheit, dass sie uns vor Schaden und Schmerz bewahrt, und obwohl das oft nicht stimmt glauben wir ihr. Kontrolle will das Risiko nehmen. Aber damit bewahrt sie uns auch vor Erfahrungen, vor unangenehmen wie vor angenehmen und wichtigen Erfahrungen. Kontrolle aufzugeben bedeutet zu vertrauen. Total zu vertrauen (um mal einen Begriff von OSHO zu verwenden) bedeutet, jede Erfahrung einzugehen, jede Erfahrung anzunehmen und zu begrüßen, letztendlich auch die Erfahrung des Sterbens.
Wenn ich sicher sein will, folge ich nicht meinen intuitiven Impulsen, bin misstrauisch und zweifele. Versuche herauszufinden, ob es wirklich der richtige Impuls ist. Und dann ist die magische Zeitspanne abgelaufen, der Impuls zerpflückt und zugeschüttet unter den Gedanken.
Wie lebe ich intuitiv? Woran erkenne ich intuitive Eingebungen?
Das ist eine Frage, die kann eigentlich nur der Verstand stellen. Es ist eigentlich ganz einfach:
Intuitiv zu leben heißt aus dem Herzen zu leben
Intuitiv zu leben heißt die Kontrolle aufzugeben
Intuitive Eingebungen sind oft:
- unkompliziert,
- einfach,
- klar,
- in kurzen Sätzen.
Sie haben etwas einfaches und schönes. Sie berühren uns, sind unaufdringlich aber bestimmt. Und ein Kriterium ist mir ganz wichtig: Sie sind oft raumgebend, fördernd, strahlen Freude aus. Und damit sind sie meist positiv, d.h. in eine Richtung weisend und nicht negativ, etwas beendend oder verbietend.
„Ist ein Mensch, der nach seiner Intuition lebt, immer erfolgreich? Nein, doch er ist immer glücklich, ob er nun Erfolg hat oder nicht. Und ein Mensch, der nicht nach seiner Intuition lebt, ist immer unglücklich, ob er nun Erfolg hat oder nicht. Erfolg ist nicht das Kriterium …“ OSHO
Ich kann Intuition nur geschehen lassen, nicht erzwingen. Die Intuitive Ebene ist immer schon da, ich muss eigentlich nur zuhören, mich offen machen, frei von Verstand und Konzepten. Intuition kann nicht gemacht werden, sie kann sich nur entfalten.
Wenn ich im Denken bin, bin ich mir nie sicher, ob ich gerade eine „echte“ Intuition habe, oder nur eine Variation meiner Muster. Aber wenn ich intuitiv bin, dann denke ich darüber gar nicht nach, dann ist das einfach klar. Es stimmt einfach. „Stimmigkeit“ ist die Sprache der Intuition. Dazu müssen wir unsere Gefühle spüren können und vertrauensvoll und mitfühlend mit uns sein. Sobald ich über Fakten oder Argumente nachdenke bin ich nicht mehr intuitiv.
Ich denke, dass das vielen von uns so geht. Wir leben in einer „gedankenlauten“ Welt. Immer wieder in die Stille zu gehen ist der Weg zur Verbindung mit der Intuition. Und wenn schon denken da ist, dann kann ich es auch unkontrolliert laufen lassen, assoziativ, offen. Und dann schaue ich dem Denken dabei zu und die Intuition kommt wie ein großer Pfeil der einen Gedanken plötzlich hervorhebt. Dann erlebe ich die Stille in mitten des Lärms.