Erkenntnis und Glaube

Buddhas Geschenk an die Welt ist eine Wissenschaft der Erkenntnis. Das ist etwas anderes als Glaube. Glauben macht es einfach. Ich glaube an eine Wahrheit, oder ich tue es nicht. Sicher wird mein Glaube immer wieder geprüft, aber solange ich fest in meinem Glaube bleibe ist alles klar.

Buddha hat keine Wahrheiten verkündet, er hat einen Weg aufgezeigt, einen Weg zur Erkenntnis der Wahrheit. Nichts von dem, was er gelehrt hat, soll einfach geglaubt werden, es soll selbst erfahren werden. Und das ist anstrengend. Denn immer wieder werde ich Holzwege einschlagen, um daraus Erkenntnis zu gewinnen. Das Wichtigste auf dem Weg zur Erkenntnis ist, wach zu sein. Mitzubekommen was passiert. Nur so kann ich aus dem was ich erfahre auch lernen. Leider ist das etwas, was unser Geist nicht so ohne weiteres gerne macht. So paradox es klingt, der Ruhezustand unseres Gehirns, also der Zustand, in dem am wenigsten Energie verbraucht wird und das Gehirn sich erholt, das ist der unfokusierte Zustand. Wenn die gedanken unkontrolliert kommen und gehen, wenn wir uns in Bilder und Geschichten verlieren. Wenn wir Zerstreut sind.

Wach zu sein, auch wach in einem entspannten Zustand, braucht ein gewisses Maß an Fokusierung. Das ist gemeint mit „bemühen“. Immer wieder dran zu bleiben an der Erkenntnis, am wach werden. Immer wieder aufwachen.

Wenn mein Geist müde wird, dann überflutet er mich mit Bildern. Und manchmal ist es dann einfach dran zu schlafen. Um dann wieder aufzuwachen.

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